UIllrich Angersbach – Schacheröffnungen

Die sieben Erfolgsregeln bei Schacheröffnungen

Ratschläge für Anfänger von Ullrich Angersbach

Beim Schachspiel hat jeder Spieler anfangs (fast) gleichen Chancen. Weiß macht den ersten Zug und hat damit den Vorteil, ein winziges Ungleichgewicht zu seinen Gunsten aufbauen zu können. Aber Weiß läuft auch Gefahr, durch einen weniger guten Zug, Schwarz eine Chance zu geben, die Waagschale zu seinen Gunsten zu senken.

Um den Gegner möglichst wenig Gelegenheit zu geben, schon in der Eröffnungsphase Vorteile herauszuspielen, gilt es möglichst die folgenden sieben goldenen Regeln zu beachten.

 

1. Ziehe als erstes die Königs- oder Damenbauern

So wird zweierlei erreicht:

  1. Es wird Bewegungsspielraum insbesondere für die Läufer geschaffen.
  2. Das Zentrum, das sind die Felder e4, d4, e5 und d5, wird besetzt, worüber Angriffe laufen können oder blockt werden müssen. Denn wer das Zentrum beherrscht, hat beste Chancen, eine Partie zu gewinnen. Deshalb sollten die Bauern möglichst im Zentrum stehen, es angreifen oder es verteidigen.

Quelle: schach-lernen.de; für die Richtigkeit der Darstellung übernimmt Ullrich Angersbach keine Haftung

 

2. Ziehe als nächstes mit den Leichtfiguren, also Springer und Läufer

Entwickle möglichst erst die Springer und dann erst die Läufer. Denn zunächst sollte man wissen, wohin der Gegner seine Springer stellt. Dann könnte man sie gleich den Läufern angreifen. Achte dabei darauf, dass die Läufer nicht die eigenen Königs- oder Damenbauern blockieren.

Springer sollte nicht am Rand stehen, wo sie wenig bewirken können. Idealweise greifen sie das Zentrum an oder verteidigen die dortigen vier zentralen Felder. Auch sind Springer nach der Rochade erstklassige Verteidiger des Königs.

 

3. Rochiere so schnell wie möglich

Die Königssicherheit kann spielentscheidend sein und erst wenn der König rochiert hat, kann man sich auf einen Angriff konzentrieren. Zugleich aktiviert die Rochade einen Turm. Die kleine Rochade ist meist der großen Rochade vorzuziehen und zwar schon deshalb, weil sie schneller durchführbar ist.

 

4. Verplempere keine Züge

In der Eröffnung sollte man mit einer Figur, das sind alle Steine außer den Bauern, nur einmal ziehen, es sei denn, es droht Gefahr. Bauern sollte man anfangs möglichst nicht ziehen, außer die Mittelbauern (siehe Regel 1). Das gilt ganz besonders für Randbauern.

Wichtige Ausnahme: Es droht Grundlinienmatt und man muss Bewegungsraum („Luft“) für den König schaffen.

Außerdem sind weit vorgerückte Bauern schwerer zu verteidigen und können auch weniger zur Deckung eigner Figuren eingesetzt werden.

 

5. Türme in der Eröffnung richtig platzieren

Die beiden Türme sollten sich möglichst bald gegenseitig decken können. Dazu muss schon rochiert worden sein und auch die Dame muss bereits die Grundlinie verlassen haben. Meistens sind die Türme in der Eröffnungsphase in der Mitte der Grundlinie am besten platziert.

 

6. Sei diszipliniert und stelle dir vor jedem Zug bestimmte kraftvolle Fragen

Das ist vielleicht der wichtigste Rat und er gilt nicht nur für die Eröffnung. Was aber sind "Kraft-Fragen"?

Schach, Drohungen, Schwächen!

Im Einzelnen: Kann ich oder der Gegner Schach oder Gardez geben?

Welche Drohungen (Angriffsmöglichkeiten) habe ich und hat mein Gegner? Achte dabei auch auf Abzugsmöglichkeiten der vorderen Figur, wenn diese und die dahinterstehende Figur am Ende doppelt angreifen. Gabelstellungen, wo zum Bespiel ein Springer den König und den Turm gleichzeitig angreifen kann, sind klassische Drohungen.

Welche meiner Steine oder die des Gegners sind nicht (ausreichend) gedeckt oder gar gefesselt (Schwächen)?

Übrigens: Jede Fesselung in der Eröffnung ist möglichst sofort aufzulösen, da sonst erhebliche Einschränkungen für die weitere Entwicklung der eigenen Stellung drohen.

Wem dies alles zu kompliziert ist, der lege vor jedem Zug die Hand auf den Tisch und stelle sich nur eine Frage: Was könnte an dem geplanten Zug schlecht sein?

 

7. Die Eröffnung abschließen, bevor man einen Angriff wagt

Vermeide es, frühzeitig die Dame nach vorne zu bringen, denn sie wird meistens sofort von weniger wertvollen Figuren gejagt werden und man verliert viele Züge für den Aufbau einer starken Anfangsstellung. Genauso sei in der Eröffnungsphase einer Partie nicht gleich darauf aus, dem Gegner einen Bauern abzujagen. Auch hierdurch läuft man Gefahr, seinen eigenen Aufbau zu vernachlässigen. Angriffe von wenigen Figuren sind oft zum Scheitern verurteilt und enden meist mit einem erzwungenen Rückzug, einer schlecht entwickelten Stellung und mit einem vielleicht spielentscheidenden Materialverlust.

Fazit: 

Wenn man alles richtiggemacht hat, sollte die ideale Stellung zum Ende der Eröffnungsphase wie ein Stierkopf aussehen.

Quelle: youtube.com Der Stier; für die Richtigkeit der Darstellung übernimmt Ullrich Angersbach keine Haftung

Der Gegner wird natürlich alles tun, um zu verhindern, dass man diese perfekte Eröffnungsstellung erreicht. Er wird eventuell eigene Bauern opfern, frühzeitig angreifen, blockieren und so weiter. Es ist aber gut zu wissen, wohin man will und es gilt, so lange wie möglich an seinem Ziel, dem Stierkopf, festzuhalten.

Die „Eröffnung“ ist dazu gedacht, seine Figuren für das „Mittelspiel“ möglichst gut in Stellung zu bringen. Im Mittelspiel geht es insbesondere um Materialgewinn, aber auch schon darum, die Königssicherheit des Gegners zu verschlechtern und die eigene gut zu verteidigen. Erst im „Endspiel“, wenn nur noch wenige Figuren und Bauern auf dem Spielfeld stehen, gilt es den gegnerischen König matt zu setzen.

Quelle: clm.gert-schoenbuchner.de; für die Richtigkeit der Darstellung übernimmt Ullrich Angersbach keine Haftung

Je besser ein Spieler wird, desto weniger wird er sich sklavisch an diese sieben goldenen Regeln halten müssen. Im Gegenteil, er wird seine Gegner mit gezielten Regelverletzungen aus dem Konzept werfen wollen. 

Doch Vorsicht: Durch Regelverletzungen gibt man sich meist Blößen, die ein erfahrener Spieler leicht zu seinen Gunsten ausnutzen kann.

Anmerkung: Dieser Artikel gibt lediglich die Meinung von Ullrich Angersbach wieder. Für die hier dargestellten Fakten übernimmt er keine Haftung.

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